EINSTEIN IN DER ARBEIT MIR SCHULKINDERN

Beteiligung
Beteiligung oder Partizipation der Kinder im und am Alltagsleben ist das zentrale Moment der Schulkindbetreuungseinrichtungen. In ihnen machen Stuttgarts Kinder im Alter zwischen 6-12 Jahren die Erfahrung – wie in ihren Familien auch -, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, welche ihrer Themen im Alltag aufgegriffen und welche Aktionen durchgeführt werden. In Kinderkonferenzen, projektorientierten Beteiligungsverfahren und in den Beteiligungschancen in der alltäglichen Kommunikation lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Sie erfahren sich als wichtig und selbstwirksam, werden durch die Erzieher/innen ermutigt, sich Gedanken über sich, andere und anderes zu machen und zu erfahren, dass die nahe Umwelt mitgestaltet werden kann.


Portfolio (Bildungs- und Entwicklungsbuch)
Mit dem Verständnis von Bildung als aktivem Prozess sind die Kinder selbst die Gestalter ihrer Bildungs- und Lerngeschichten. Das Entscheidende ist, dass die Kinder erleben, dass die Alltagsfragen und –handlungen von den Erzieher/innen ernst genommen und zu Forschungsfragen werden. Und die Kinder erfahren, welche Wege sie beschreiten können, um Antworten und Lösungen zu finden. Diese im Dialog zwischen Kindern und Erzieher/innen gewonnenen Lernerfahrungen fördern die Lebenskompetenz der Kinder. Seinen begreifbaren und sichtbaren Ausdruck findet dieser Dialog in dem vom Kind und der pädagogischen Fachkraft gemeinsam gestalteten und genutzten „Werkzeug“ Portfolio. In dem Bildungs- und Entwicklungsbuch werden die Lern- und Bildungsprozesse des Kindes durch eigene und fremde Beobachtungen und Beschreibungen aufbewahrt. Kind und Erzieher/in finden im Austausch die Interessen, Themen und Fragen des Kindes heraus, die dann mit Begleitung und Unterstützung durch die pädagogische Fachkraft zu geeigneten Schritten für die weitere Entwicklung genutzt werden.


Elterngespräche
Mit zunehmender Selbstständigkeit lösen sich die Kinder in ihrem Alltag immer mehr aus der Behütung der Eltern. Sie werden selbständiger, fordern mehr eigenständige Entscheidungen, und handeln alles immer wieder von neuem aus. Schulkindbetreuungseinrichtungen bieten Eltern gezielte Begleitung bei diesen Prozessen an. In gemeinsamen Gesprächen unterstützen wir Sie bei diesen Aushandlungsprozessen und in der Einhaltung von vereinbarten Absprachen und Regeln. Darüber hinaus unterstützen wir Sie in der förderlichen Zusammenarbeit mit den Lehrer/innen der Schule der Kinder und bieten gemeinsame Gespräche zwischen allen Beteiligten an.


Übergänge
Das Gestalten von Übergängen zwischen den verschiedenen Lebenswelten der Kinder wie Elternhaus, Schule, Kita und Aktivitäten im Stadtteil stellt an die Kinder, Eltern und Schulkindbetreuungseinrichtungen hohe Anforderungen.
Jeder dieser Übergänge bedeutet für die Kinder eine große Herausforderung, die mit vielfältigen Entwicklungsaufgaben verbunden ist. Neue Wege gehen, sich neue Räume aneignen, sich von vertrauten Beziehungen verabschieden, neue Beziehungen zu fremden Erwachsenen und Kindern aufbauen, sich mit unbekannten Tagesabläufen und Gewohnheiten vertraut machen und sich im Wirrwarr von Leistungsanforderungen, Erwartungen und Zumutungen zurechtfinden. Kinder, die diese vielfältigen Aufgaben aktiv gestalten und meistern sollen, brauchen Orientierungshilfen, Begleitungm und einfühlsamen Schutz durch die Erwachsenenwelt. Die Fachkräfte, die um die Bedeutung der Ausbildung sicherer Bindungsbeziehungen von Kindern wissen, begreifen die Entwicklungsaufgaben der Kinder in Übergangssituationen als eine gemeinsam mit den Eltern zu gestaltende Erziehungsaufgabe.